Was sind Peptide
Ein Peptid ist eine kurze Kette aus Aminosäuren. Aus denselben Aminosäuren bestehen auch Proteine, nur sind ihre Ketten viel länger. Eine feste Grenze gibt es nicht, meist wird sie bei etwa 50 Aminosäuren angesetzt.
Zusammengehalten werden die Aminosäuren durch die Peptidbindung. Sie entsteht, wenn sich die Carboxylgruppe einer Aminosäure mit der Aminogruppe der nächsten verbindet und dabei ein Wassermolekül abgespalten wird. Die Kette hat deshalb zwei verschiedene Enden: an einem sitzt eine freie Aminogruppe, am anderen eine Carboxylgruppe.
Der Körper baut Proteine aus 20 Standardaminosäuren, und es kommt auf ihre Reihenfolge an. Zwei Peptide aus denselben Bausteinen, nur anders zusammengesetzt, sind zwei verschiedene Stoffe. Die Reihenfolge wird mit Kürzeln notiert, etwa Gly für Glycin oder Ala für Alanin.
Viele Peptide stellt der Körper selbst her. Glutathion besteht aus drei Aminosäuren, Oxytocin aus neun. Insulin hat 51 in zwei Ketten und steht damit genau auf der Grenze zwischen Peptid und Protein.
Im Labor werden Peptide synthetisch hergestellt, meist an der festen Phase. Die Kette wächst Aminosäure für Aminosäure auf winzigen Harzkügelchen, am Ende wird sie abgespalten und gereinigt. Die Methode entwickelte Robert Bruce Merrifield, 1984 erhielt er dafür den Nobelpreis. So hergestellte Peptide dienen der Forschung.